Öffnungszeiten

Freitag:   17:00 bis 19:00 Uhr
Samstag: 11:00 bis 13:00 Uhr

Was
  • Kunstausstellung
Wann 01.07.2011 um 19:00 bis
23.07.2011 um 13:00
Wo Kunsthaus Mettmann
Name Sabine Bock
Kontakttelefon 02104/776555
Termin übernehmen vCal
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Christine Reiner, Malerei

Studentin der Düsseldorfer Kunstakademie, Klasse Prof. Schulze
Was
  • Kunstausstellung
Wann 01.07.2011 um 19:00 bis
23.07.2011 um 13:00
Wo Kunsthaus Mettmann
Name Sabine Bock
Kontakttelefon 02104/776555
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Liebe Kunsthausfreunde(Innen),

„Bitte nehmen Sie Platz“ heißt es bei der Vernissage am 01. Juli um 19.00 Uhr und auch zur Museumsnacht am 08.Juli 2011 im Neanderland in Ihrem Kunsthaus Mettmann.
Birgit-Christine Reiner, Studentin der Düsseldorfer Kunstakademie aus der Klasse Prof. Schulze zeigt ihre einladenden Bilder opulenter Sitzgelegenheiten.
Sie thematisiert damit ein Phänomen unserer digitalisierten, auf schnellen visuellen Effekt fixierten modernen Welt:
Das haptisch - sinnliche Erleben eines kunstvoll gefertigten Brokatstoffs, das Erfühlen eines üppigen Samtsessels ist in Bildern nicht möglich. Allerdings greift Birgit C. Reiner auf Pigmente und altmeisterliche Techniken zurück, um Leuchtkraft und malerische Qualität zu erzeugen. Die Künstlerin lässt Stoffe sprechen, sie erzählt uns aus längst vergangenen Zeiten "unverblümte Erinnerungen" und gibt so der Vergangenheit, dem alten Kunsthandwerk aber auch unserer Geschichte eine ehrwürdige Bedeutung.

Doch die Gemütlichkeit der zahlreichen Sofas, die die Künstlerin in diversen Mustern auf der Leinwand in Szene setzt trügt, wenn die Aussage der Bilder verstanden ist. Hier nur ein kurzens Zitat der Künstlerin:
"Ich bin in einer Welt von visuellen, digitalen Parallelrealitäten fasziniert von etwas, was ich tatsächlich greifen kann, von der Haptik der Stoffe, und von Räumen, die diese Haptik stofflicher Qualität umfangen. Die Stoffe gehen auf eine Zeit zurück, die in den Anfängen der Kunst liegen, wo sich Künstler zum ersten Mal mit empirischen Qualitäten auseinandersetzten, einer Zeit, als die Bilder sozusagen erfunden wurden - den alten Niederländern und der frühen Renaissance, wo Brokate, Samt und Tücher generell in mühseliger Handarbeit mit kostbaren Pigmenten hergestellt wurden. Leider wird die Kunst zu so einer Zeit nicht zurückkehren, und somit bleibt nur ein Abglanz, der auf Materialen und ein Umfeld zurückgeht, dass nur den schönen Schein vortrügt, sei es durch billige Stoffe aus China oder aus Interieurs amerikanischer Hotels, die den schönen Schein erzeugen wollen um Sterilität und Unpersönlichkeit zu vertreiben. Ich gehe allerdings aus Pigmente und Techniken zurück, die bereits in Venedig damals genutzt wurden, um die selbe Leuchtkraft und malerische Qualität zu erzeugen. "

Natürlich werden wir auch wieder, passend zu dieser gemütlichen Atmosphäre, Getränke und Häppchen reichen.
Wir, das Kunsthaus-Team bedanken uns und freuen uns über Ihren Besuch. Gerne auch zu den üblichen Öffnungszeiten:
Freitag 17.00 – 19.00 Uhr und Samstag 11.00 – 13.00 Uhr.

Christine Reiner

Birgit Christine Reiner, Studentin der Düsseldorfer Kunstakademie aus der Klasse Prof. Schulze  lädt uns heute Abend ein  - Platz zu nehmen:

Im ersten Moment scheint das auch machbar, die Sitzmöglichkeiten an den Wänden laden regelrecht dazu ein - doch Stühle auf der Leinwand sind unbrauchbar.
Hierzu passt ein aktuelles Zitat des Rektors der Kunstakademie in Düsseldorf,
auf die Frage was Kunst ist antwortete Tony Cragg gestern Abend bei einem Vortrag:
„ART IS NOT USEFUL“  Kunst muss also keinem Gebrauchszweck dienen.

Um Ihnen - den Sinn und Zweck der „Stühle“ dieser Ausstellung, die damit verbundene Aussage b e g r e i f l i c h zu machen: Hier nun ein aktuelleres Zitat der Künstlerin:
“Ich bin in einer Welt von visuellen, digitalen Parallelrealitäten fasziniert von etwas, was ich tatsächlich greifen kann, von der Haptik der Stoffe, und von Räumen, die diese Haptik stofflicher Qualität umfangen.“
Frau Birgit Christine Reiner thematisiert mit ihren gegenständlichen Bildern, ein Phänomen unserer digitalisierten Welt:
-  die tagtäglich auf uns einströmenden visuellen Effekte - lassen alles Vergänglich erscheinen - und Werte, wie soziale Kommunikation, Ethik und Moral drohen sich aufzulösen. Dies gilt es zu erhalten. Das vermeintlich, -  stoffliche  Greifbare ist  für die Künstlerin letzte „Reale“ in einer Welt, die so vieles vortäuscht.

Die Stoffe - die Sie im Detail auf die Leinwand fertigt -  gehen auf eine Zeit zurück, die in den Anfängen der Kunst liegen. Dorthin zurück, wo sich Künstler zum ersten Mal mit empirischen (anschaulichen) Qualitäten auseinander setzten. Eine Zeit, als die Bilder sozusagen erfunden wurden – zurück zu den alten Niederländern und der frühen Renaissance: wo Brokate, Samt und Tücher in mühseliger Handarbeit mit kostbaren Pigmenten hergestellt wurden.

Mit der nüchternen Erkenntnis, dass die Kunst zu so einer Zeit nicht zurückkehren wird,
„sich nicht wieder entschleunigen lässt“ weißt Birgit Christine Reiner mit Ihren    
-   zur Gemütlichkeit einladenden Sesseln - darauf hin, dass dies nur ein Abglanz ist.
Der Abglanz eines Umfelds, einer Wirklichkeit, die nur den schönen Schein vortrügt.
Selbst die Materialien, nur ein Schein der früheren Schönheit, denn es sind billige Stoffe aus China, die in Massenartikeln ihren Absatz finden.
Interieurs aus amerikanischer Hotels werden von der Künstlerin durchleuchtet und in der Wirklichkeit auf die Leinwand gebracht. Denn auch der gemütlich anmutende Sessel in der Hotel-Lobby oder die aufwendig gemusterten Teppiche in sonst endlos öden Hotelfluren  wollen nur   -  den „schönen Schein“ erzeugen.
Ein Blendwerk der vorherrschenden Sterilität und Unpersönlichkeit. Das Biedere, (steht auch für Brave, Tugendhafte, Ehrenhafte, Vertrauenswürdige) wird als Deckmäntelchen über die Anonymität, dem Stereotype, unsere heutigen, Gesellschaft gestülpt. 
BCR lässt Ihre Stoffe sprechen  -  mit derselben Leuchtkraft und malerischen Qualität  wie sie im Venedig des ausgehenden 15. Jh. Verwendet wurden. Um diese  - sozusagen schöpferischen Qualitäten in ihren Bildern wieder zu spiegeln - greift die Künstlerin auf Pigmente und altmeisterliche Techniken zurück. Kreidegrund wird versiegelt mit Hasenleim und hochwertige Pigmente werden mit Dammarharz zum Leuchten gebracht.
Die Stoffe erzählen uns „unverblümt“ aus längst vergangenen Zeiten. Sie erscheinen  -  „sagenhaft“ und geben dem alten, fast vergessenen Kunsthandwerk,  die gebührende Bedeutung zurück. 

„Bitte nehmen Sie Platz“ fühlen Sie sich von der Künstlerin und dem KH eingeladen, lassen Sie sich Zeit bei einem Gläschen Wein und einigen Häppchen die Bilder zu begreifen. Es wäre schön, wenn Sie uns mit einer kleinen Spende unterstützen, oder werden Sie Mitglied im KH, damit wir weitere Ausstellungen wie diese finanzieren können. Die Künstlerin wird Ihnen für den heutigen Abend zur Seite stehen: Frau Birgit Christine Reiner

Eröffnung

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